Abfallsäcke richtig einkaufen – Die Müh mit den mµ

Immer mehr Kunden erkundigen sich nach der mμ-Stärke, auf der Suche nach einem verlässlichen Parameter, um Qualitäten von Abfallsäcken und Müllbeuteln zu vergleichen. Leider ist eine hohe mμ-Zahl allein kein Garant für einen reißfesten, verlässlichen Sack. Doch woran kann sich der Kunde orientieren?

Im Markt trifft man auf die häufig gebräuchliche Typ-Angabe zur Qualitätsbezeichnung von Abfallsäcken. Ein 120L -Abfallsack wird dann gerne mit Typ 60 ausgezeichnet. Es gibt auch Varianten wie „T60“, „-60“ etc. pp. Woher diese Bezeichnung kommt, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Leider gibt es zu dieser Bezeichnungsart auch keinerlei feste Regeln, Vorgaben o.ä. die eine Kategorisierung in verschiedene Qualitäten ermöglichen. Im Gegenteil, diese Angabe kann jeder Anbieter nach eigenem Ermessen für sine Abfallsäcke angeben. Ein Abfallsack Typ 60 ist in den Dicken von 25mμ bis hin zu 40mμ verbreitet. 60mμ dick ist er auf jeden Fall nicht!

drb25_pr_deiss

 

Aber macht es überhaupt Sinn, die Dicke in mμ zu bemühen, wenn es um Müllbeutel und Abfallsäcke geht? Leider nein, da Qualität und Reißfestigkeit nicht an der Foliendicke festzumachen sind. Der Grund: Viel hilft nicht immer viel und dick bedeutet bei Folie nicht automatisch funktional.
Die mμ-Angabe allein gibt wenig Aufschluss über die Funktionalität des Materials. Dies gilt sowohl für Folien aus Neuware – hier zeigen innovative Materialien das technische Eigenschaften relevanter sind als die Dicke – aber auch für Abfallsäcke aus Regenerat. Denn: Leider lässt sich Polyethylen nicht beliebig oft recyceln, vielmehr muss man mit jedem Mal des Recyclings einen Qualitätsverlust des Rohstoffes in Kauf nehmen. Wird die Altfolie durch Fremdstoffe, wie Druckfarben, anderen Folientypen etc. noch weiter verunreinigt, so verschlechtert sich die Qualität des Rohstoffes rapide. Und umso schlechter das genutzte Regenerat, umso schwächer die Belastbarkeit des Endproduktes – des Abfallsackes.

drb25_pr_deiss2
 

Neben der Qualität des Rohstoffes haben auch die Einstellungen des Extruders Auswirkungen auf die Qualität des Abfallsackes. Häufig bewegt sich der Maschinenführer hier im Spannungsfeld von Durchsatzgeschwindigkeit und Qualität. So dass Folien in hohen, schnell gefertigten Produktionschargen häufig, schlechtere mechanische Eigenschaften haben, als Folien, die bei gleichem Rohstoff langsamer, aber dafür genauer gefertigt wurden. Bedingt durch diese beide Faktoren (Qualität des Rohstoffes und Fertigung) kann es vorkommen, dass zwei Folien mit identischen mμ-Wert doch deutlich unterschiedliche Reiß- und Durchstoßfestigkeiten haben. Und was nutzt ein Abfallsack, der keiner Belastung standhält?

Eine dicke und stabil wirkende Folie, ohne Einschlüsse und Geruch, lässt auf gute technische Eigenschaften schließen, wirklich objektiv kann die Qualität eines Abfallsackes aber nur im Prüflabor gemessen werden. Mühselig ist es also nur mμ-Angaben zu vergleichen. Besser ist eine anwendungsbezogene Beratung und die Wahl einer funktionsgerechten Folie.

© 2019 DR. BUTZE GmbH & Co. KG